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Ein Meilenstein für die Zukunft des Standorts

Heilbronn Läpple investiert rund zehn Millionen Euro in eine neue Presse und rechnet mit zusätzlichen Aufträgen

LÄPPLE hat Wort gehalten. In „zukunftsfähige Maschinen“ werde man in Heilbronn investieren, versprach Vorstandschef Dr. Peter Spahn Mitte Dezember im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Nun ist klar, was er meinte.

Transferpresse TSD 4-2500Für LÄPPLE Automotive, also die Blechteilefertigung, kauft das Unternehmen für mehr als zehn Millionen Euro eine Transferpresse vom Weltmarktführer Schuler aus Göppingen. „Das ist eine Investition in die Zukunft des Standorts Heilbronn“, sagt Spahn zur größten Einzelinvestition in den letzten Jahren.

 

Strukturteile Oliver Wackenhut, Geschäftsführer von LÄPPLE Automotive, spricht von einem „Meilenstein“ für den Stammsitz Heilbronn. Mit der 1000 Tonnen schweren mechanischen Presse, die höchsten Qualitätsanforderungen entspreche, sei man künftig in der Lage, Werkzeuge mit einem Gewicht von bis zu 60 Tonnen in der Produktion einzusetzen. LÄPPLE Automotive erweitere damit sein Produktspektrum erheblich. „Mit der Presse können wir nun nicht nur Blechteile für die Außenhaut des Autos herstellen, sondern auch Strukturteile aus Stahl oder Aluminium“, erläutert der technische Leiter von LÄPPLE Automotive, Ralph Lintz. Diese Strukturteile werden beispielsweise für Türen, Motorhauben oder auch Heckklappen benötigt. Unternehmenschef Spahn ist überzeugt davon, dass die Investition die Wettbewerbsfähigkeit von LÄPPLE Automotive stärkt und dabei hilft, neue Märkte und Geschäftsfelder zu erschließen. „Wir haben mit den wichtigsten Autoherstellern im Vorfeld gesprochen, es werden Aufträge komme“, sagt der Manager.

Herausforderung Bis die neue Pressenlinie läuft, wird es noch dauern. Für Mitte Juni ist der Spatenstich für das acht Meter tiefe Fundament vorgesehen, die Inbetriebnahme soll im Juni 2016 erfolgen. „Es ist eine echte Herausforderung, solch eine Hightech-Anlage in Betrieb zu nehmen“, sagt Wackenhut. Bis zu 35 Mitarbeiter werden an der Presse und im Umfeld tätig sein, ein leichter Personalaufbau sei denkbar. Die Presse ist Teil eines neuen Flächennutzungskonzepts auf dem LÄPPLE-Areal, sie wird in einer 3000 Quadratmeter großen Halle aufgebaut. „Das neue Konzept sorgt dafür, dass der Rohbau näher an Presswerk rückt und wir dadurch Synergieeffekte erzielen“, berichtet Lintz. Das LÄPPLE-Management lobt ausdrücklich die „zielführende und konstruktive Zusammenarbeit mit der IG Metall und dem Betriebsrat“. Wie bereits berichtet gilt seit 1. Februar 2015 bei LÄPPLE Automotive in Heilbronn ein Ergänzungstarifvertrag, der für die 305 Beschäftigten unter anderem unbezahlte Mehrarbeit von 1,5 Stunden pro Woche sowie den Verzicht auf zehn Prozent der jährlichen Sonderzahlungen vorsieht. Für Michael Unser. Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, ist entscheidend, dass LÄPPLE nun die von ihm schon lange geforderten Investitionen in den Stammsitz tätigt. „ Die Krise am Standort ist definitiv beendet, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ist gegeben“, sagt Unser. Auch Betriebsratschef Matthias Mähr lobt, dass sich der lange Zeit kriselnde Standort wieder mit Leben füllt. „Die Investition wurde unglaublich positiv von der Belegschaft aufgenommen“, sagt er.

Keine Euphorie Konzernchef Peter Spahn bewertet die Anschaffung der Presse als Schritt in die richtige Richtung, betont zugleich aber, dass der positive Trend nicht in den Himmel wachse. „Wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen“, tritt er auf die Euphoriebremse.

 

LÄPPLE-Gruppe

Die Blechverarbeitung ist unter dem Namen LÄPPLE Automotive in Heilbronn und im bayerischen Teublitz angesiedelt. Zur LÄPPLE-Gruppe gehören außerdem die LÄPPLE Ausbildungs GmbH in Heilbronn, der Normalien- und Rundtischspezialist FIBRO mit Standorten in Weinsberg und Haßmersheim sowie der Automationsspezialist FIBRO LÄPPLE TECHNOLOGY (FLT) in Haßmersheim. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete zuletzt mit rund 2200 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 400 Millionen Euro.jüp

Quelle: Heilbronner Stimme vom 27.03.2014